Die Inseln wurden
von den Portugiesen nach dem Cabo Verde (grünen
Kap) an der Westküste Afrikas benannt. Der Name
gibt die Entdeckungsgeschichte und die spätmittelalterliche
Technik der Navigation wieder. Auch folgten, bis zur
sicheren Bestimmung der geographischen Länge
im 18. Jahrhundert, die Navigatoren der westafrikanischen
Küste bis zum Kap, um die Inselgruppe in der
Weite des Atlantiks nicht zu verfehlen. Schon Christoph
Kolumbus, der 1498 auf seiner dritten Reise nach Amerika
die Kapverden streifte, merkte an, dass die Bezeichnung
wenig zum zumeist wüstenhaft trockenen Charakter
der Inselgruppe passe.
Die Besiedlung
der Inselgruppe begann mit einer kleinen portugiesischen
Militärstation 1461 auf der Hauptinsel Santiago
(portugiesisch São Tiago) sowie auf der Insel
Fogo.
1532 errichtete
man ein eigenständiges Bistum. Mit der Entsendung
eines Generalgouverneurs erhielt die Insel einen offiziellen
Status als portugiesische Kolonie.
Wirtschaftshistorisch
spielte Kap Verde ab 1461 eine Rolle als portugiesische
Militärstation und Vorposten für weitere
Entdeckungsfahrten sowie zur Gewinnung von rosella
tinctoria, einer Färberflechte.
Von 1500 bis etwa
1620 spielte die Insel Santiago eine hervorragende
Rolle im transatlantischen Sklavenhandel als Umschlags-
und Versorgungsstation.
Im Anschluss belebte
lediglich der Salzhandel unter englischer Kontrolle
die ansonsten dahinsiechende Wirtschaft bis 1850 der
große natürliche Hafen von São Vicente
aufblühte. Englische Kohlehandelsgesellschaften
machten aus ihm den viertgrößten Kohlehafen
zur Versorgung der rasant wachsenden Dampfschifffahrt.
Als der Kohlehandel bereits im Schwinden war, ab den
1880ern, ersetzten neun auf São Vicente zusammenlaufende
transatlantische Unterseekabel einen Teil der Bedeutung
der Insel und der hübschen Stadt Mindelo.
Kapverdische Intellektuelle,
allen voran Amílcar Cabral, prägten mit
die gemeinsame antifaschistische und antikoloniale
Bewegung, die am 25. April 1974 das faschistische
Salazar-Regime in Portugal zu Fall brachte. Unter
Vorsitz eines portugiesischen Hohen Kommissars kam
es zur Bildung einer Übergangsregierung und Wahlen
zur verfassungsgebenden Versammlung, bei denen - trotz
Teilnahme weiterer Parteien - die Afrikanische Partei
für die Unabhängigkeit Guineas und Kap Verdes
PAIGC dominierte und alle Sitze in der verfassungsgebenden
Versammlung errang. Wie ihr Name sagt, erstrebte die
Partei die Vereinigung mit Guinea-Bissau.
Am 5. Juli 1975
wurde die Unabhängigkeit ausgerufen und die links-nationale
Befreiungsbewegung PAIGC Partido Africano para a Independência
da Guiné e Cabo Verde wurde zur alleinregierenden
Partei. Erster Staatspräsident wurde Aristides
Perreira. Ihre Mehrheit bei den Wahlen nutzte die
PAIGC zum Ausbau des Einparteiensystems und dem Ausbau
ihrer Macht. So wurden freie Gewerkschaften verboten
und eine Einheitsgewerkschaft gegründet, und
Kap Verde zum Einparteienstaat erklärt.
1981, nach einem
anti-kapverdisch geprägten Putsch in Guinea-Bissau
durch Nino Vieira trennte sich die Partei auf. Während
sie in Guinea-Bissau den Namen beibehielt, benannte
sie sich in Kap Verde in PAICV Partido Africano da
Independência de Cabo Verde um.
Bei den Wahlen
1985 erhielt die PAICV zwar 94,5 % aller Stimmen,
jedoch wurden Stimmen laut, die eine Demokratisierung
forderten.
Der Einparteienstaat
fand sein Ende durch eine Verfassungsänderung
im Jahre 1990, durch die ein Mehrparteiensystem eingeführt
wurde. Im gleichen Jahr gründete die Opposition
die Bewegung für Demokratie ( Movimento para
a democracia/MPD). Diese wurde in den ersten demokratischen
freien Wahlen 1991 stärkste Kraft mit überwältigender
absoluter Mehrheit (78 %). António M. Monteiro
wurde zum Präsidenten der "zweiten Republik"
und verfolgte im darauf folgenden Jahrzehnt eine neoliberal
marktwirtschaftsorientierte Politik und die Dezentralisierung
in Landkreise. Verfassungsänderungen im Jahre
1993 stärkten die Position des Ministerpräsidenten
und wiesen dem Präsidenten eine Rolle als Repräsentant
und moralischer Institution ähnlich westeuropäischer
Demokratien zu.