|
Es
ist tatsächlich Sommer und es riecht nach Urlaub. Starker Wind
lässt die Boote schaukeln, die wie aufgefädelt fein
säuberlich nebeneinander an der Uferstraße liegen. Gütiger
Gott, mir wird beim Zusehen schwindlig.
Auf
den Booten ist reges Treiben. Da werden irgendwelche Schnüre
zusammengerollt, Klappen auf- und zugemacht. Sich der Schweiß
abgewischt. Lauter fremde Gesichter - ja, wo sind denn jetzt meine
Kollegen?
Da,
jetzt erkenne ich einige. Schauen ganz anders aus in kurzen Hosen,
barfuß in Sandalen und mit kesser Schirmmütze auf dem
Kopf.
Freundliche,
ja herzliche Begrüßung – auch die fremden, noch
neuen Gesichter sind gleich da. Freundliches Hallo und – was
sehe ich da? Blitzlichter in den Augen - Donnerwetter – hier
sind keine Kollegen und Freunde, hier sind Frauen und Männer,
die Geschlechterrolle beginnt....
Ich versuche, mir die Namen zu merken, einzusteigen in fröhlichen
Smalltalk und dann vor allem über die Hühnerleiter ins
schwankende Boot und das steile Treppchen hinunter ins Wohnzimmer und
in die Schlafkammern.
Da
sind wir gleich mal beschäftigt mit Taschenauspacken,
Schrankeinräumen, Betten beziehen, Einkäufe verstauen. Ein
Teil der Crew-Mitglieder war bereits beim Einkaufen –
das
nennt man übrigens BUNKERN. Schon was gelernt heute!
Jeder
Winkel im Boot ist gut durchdacht, die Ausstattung hervorragend –
in den aufgeklappten Sitzmöbeln im Wohnzimmer finden sich Töpfe
und Pfannen und es ist auch noch genügend Platz für unsere
reichen Einkaufsvorräte an Wasserflaschen, Cola und Bier. So
ganz nebenher lernt man all die Schränke, Klappen und Kläppchen
kennen, die Kühlschranktür, die nach oben aufgeht, den
versteckten Gasherd, weiß ziemlich schnell, wo Feuerzeug und
Abfalltüten sind, lernt den Pumpmechanismus der Toilette kennen.
Nach
dem Abstellen der Bootsmotoren hören wir nur noch das Knurren
unserer Mägen – wie einig wir uns doch sind: wir machen
uns auf die Suche nach einer hübschen kleinen Taverne.
Wie
ein Wiesel springt der Restaurantbesitzer um uns herum, schiebt alle
verfügbaren Tische zu einer Tafel zusammen, prahlt stolz mit
seinen Deutschkenntnissen und seiner griechischen Spezialitätenküche.
Aber, er hat nicht zuviel versprochen. Das Lamm war vorzüglich,
der griechische Salat, wie er in Griechenland sein muß und das
Weißbrot in Olivenöltunke lässt uns nur noch
schnurren. Die Stimmung ist famos. Jeder zeigt sich von seiner
Sonnen-Urlaubs-Schokoladen-Seite. Alles ist bestens.
Hier
ein Schlückchen, da ein Schluck und vielleicht noch einer des
Wunderelixiers ABSACKER lässt die Stimmung auf Deck noch lange
nicht absacken – das habe ich auch noch gelernt! Das
fröhliche ABSACKER-Lachen ist noch lange zu hören, doch
irgendwann schlafen sie alle.
|