| Segeltörn 2003 - Türkei (14. - 21. Juni 03) | ||||||||||
|
||||||||||
| 5. Tag: Mittwoch (18. Juni 03) | ||||||||||
| Logbuch Ablegen: in Tersane Adasi um 11.15 h Anlegen: in Maden Iskele um 19.00 h Strecke: 46,1 SM Wetter: wieder schön und warm, 26 bis 35°C |
||||||||||
Bericht Heute soll die weiteste Strecke des Törns absolviert werden. Denn es soll ein Nicht-Segeltag herausgeholt werden, mit zwei Nächten am selben Liegeplatz. Heute bläst der Wind relativ stark (das Logbuch verzeichnet Windstärke 5-6) und das Wetter ist sonnig und heiß und es gibt natürlich auch höhere Wellen als bisher. Die Fahrt geht wieder durch den Kanal, aber diesmal unter Motor. Die Segel werden um 13.00 Uhr gesetzt und wir haben sofort eine ordentliche Krängung und eine schnelle Fahrt. Wir fahren mit Vollzeug (steht im Logbuch) und ständig wird irgendwas gerefft. Die meiste Zeit Segeln wir hart am Wind mit fast maximaler Geschwindigkeit. Bei so einer Schräglage ist es fast unmöglich mal unter Deck pinkeln zu gehen und so entschließt sich der Käpt’n der „Tico Tico“ auf hoher See beizudrehen, damit vor allem die Damen mal können. So ein Klostopp hat leider verheerende Folgen für die Magengegend. Die stickige Luft unter Deck (alle Luken sind ja dicht) und das plötzliche andere Schaukeln des Bootes verursachen ein flaues Gefühl im Bauch. Sogar unser Seebär-Skipper Peter muss schnell wieder hoch…Und weiter geht’s…und das flaue Gefühl verschwindet auch wieder…Auch auf der „Blue Horizon“ fordert der starke Seegang seinen Tribut: Kathrin ist zum ersten Male schlecht und dann gleich den ganzen Tag lang. Sie kann sich nur schwer von ihrem Eimer trennen. Dies ist der erste und einzige Fall von Seekrankheit auf dem Törn. Nach einem vollen Segeltag ankern wir in der malerischen Bucht von Maden Iskele. Und wo ist Malte, die müssten doch schon längst da sein? Die „Blue Horizon“ kann sich von den Segeln nicht trennen und so trudeln sie eine Stunde später ein. Im Päckchen schaukeln die Boote friedlich nebeneinander in der Bucht am Ankerplatz eines Restaurants. Es ist keine Liegegebühr fällig, sogar der Müll wird als Dienstleistung abgeholt. Dafür erwarten die Restaurantbesitzer, dass man auch bei Ihnen speist. Das haben wir ja auch vor. Doch heute ist ein letztes Mal kochen angesagt. Zu verzeichnen ist noch das große Hungergefühl von Ingrid, die, sofort nachdem der Anker liegt, in die Pantry stürzt und das Nudelwasser aufsetzt. Heute gibt es wieder vegetarisch (Tico Tico: Spaghetti arrabiata und Salat, Backofenkartoffeln dazu Zaziki und mediterranes Gemüse). Skipper Peter ist schon ein bisschen unzufrieden mit seinen Smutjes und träumt von einer großen Fleischplatte, die er sich morgen im Restaurant bestellen wird. (Kommentar Arnold: was beim Skipper einen Skorbut-Anfall wegen Vegetarismus-Allergie auslöst). Hauptsache alle sind satt, wir können sogar noch Hubert vorab zufrieden stellen, denn auf der „Blue Horizon“ gibt es erst erheblich später ebenfalls Spaghetti mit einer dick eingekochten Soße aus mediterranen Gemüse. Bald nach dem Essen fordern der volle Segeltag und die Exzesse der vorangegangenen langen Nacht ihren Tribut. Dementsprechend wird wenig Alkohol getrunken, und nach dem einen oder anderen Efes oder Wein geht man bald in die Koje. Sogar unser Wallaby Hans-Martin gehört diesmal zu den Ersten, die an der Matratze horchen. |